Nikon AF-S 28-300 G VR – Zoominator für das Vollformat Eine Liebeserklärung an ein Objektiv

Aktualisiert 16. Februar 2021

Es ist für einen Fotografen (angeblich) total verpönt ein Zoom-Objektiv zu nutzen. Es gibt aber unzählige Anwendungsfälle, bei denen ein Zoom das beste Werkzeug ist. Eine Festbrennweite ist unschlagbar in Sachen Schärfe und Offenblende, soviel können wir festhalten. Aber wenn man unterwegs ist, dann ist es total nervig einen (Ruck-)Sack voller Objektive mit sich herumzuschleppen. Dann wechselt man draußen von einem Nikon 20er Weitwinkel auf ein schönes 50er Objektiv. Kurze Zeit später fliegt ein Vogel vorbei, den du nicht einmal kennst, und du bekommst ihn ganz klein auf das Bild, wo später nicht mal mehr eine Ausschnittsvergrößerung zu einem in ansprechender Auflösung zu veröffentlichen Foto verhelfen kann.

Schnelle Fakten: AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR Preis EVP 999€, Handel ca. 830€, gebraucht ab ca. 350€. 83 x 114,5 mm bei 800g.

Auf Wanderungen und Fotowalks bin ich der Zoominator

Unterwegs bin ich häufig mit dem tollen Tamron 24-70 2.8. Ausgestattet mit einer recht guten Offenblende und aushaltbarem Gewicht. Zumindest im Vergleich mit dem sau teuren Nikon 24-70 2.8, was zwar echt irre gut sein soll, aber sperrig und schwer ist. Damit bekomme ich wirklich super Aufnahmen hin. Insbesondere mit der Anfangs-Brennweite 2.8 kann man trotz Zoom bei jedem Foto auch ein klasse Bokeh am Vollformat erreichen, besonders je weiter man in den Telebereich kommt. Der Fokus sitzt zumeist, dessen Sound nervt aber häufig.

Wie man liest, fotografiere ich gerne mit Festbrennweiten, bin aber auch der Zoominator, wenn ich unterwegs meine Ausrüstung lange schleppen muss. Da kommt mir so ein Megazoom wie das Nikon 28-300 gerade recht. Ich war wirklich erstaunt, dass es für das Vollformat so ein Objektiv mit einem so weiten Brennweitenbereich gibt. Bei Calumet hatte ich mir ein Nikon 70-300 VR II gebraucht zu einem unglaublichen Schnäppchenpreis gekauft und über den Sommer auf vielen Ausflügen ergänzend zum Tamron dabei gehabt. Eigentlich fand ich das Tele-Zoom toll. Allerdings musste ich hier häufig wechseln zwischen dem Tamron und dem Nikon, das nervte mich. Letztlich habe ich es dann veräußert, besser gesagt eingetauscht, auch wenn ich es nicht hergeben wollte. Man kann sich aber Geld nicht aus den Rippen schneiden und nur einmal ausgeben. Ein Bericht zum Nikkor AF-S 70-300 G VR II folgt.

Nikon AF-S 28-300 G VR gebraucht gekauft

Weil ich es vermeiden wollte zukünftig häufige Objektiwechsel unterwegs zu haben, habe ich das Nikon 70-300 gegen das Nikon AF-S 28-300 G VR nach reiflicher Überlegung auch mal wieder gebraucht zugelegt. Es war eine Online-Bestellung im Tausch bei MPB.com. Dadurch, dass ich gespart hatte beim Telezoom, musste ich nur ein wenig hinzuzahlen und ein paar Tage warten, dann kam aus England das lang erwartete Paket. Wenn man so ein Objektiv in den Händen hält, dann ist das schon eine besondere Sache. Ich kann und möchte das nicht genau erklären. Auf jeden Fall eine große Zufriedenheit. Die ersten Testbilder in der Wohnung versprachen schon echt viel. Die meisten solcher Bilder zu Hause sind echt unsinnig und ich lösche sie später dann auch. Testfotos sind für mich belanglose Fotos, die mich in meinem fotografischen Können voran bringen, die Festplatten aber langfristig voll müllen. An der Stelle meckert meine Freundin auch oft, was ich da in langweiligen Gegenden fotografiere. Wahrscheinlich kennt das jeder Fotograf.

Meditative Fotografie im Rausch wie auf Droge

Nebel im Park mit Hund Lara

Nebel im Park mit Hund Lara

Der richtige Einsatz ist dann draußen bei Tageslicht – das war noch mit meinem mittlerweile verstorbenen Hund Lara. Bei herrlichem Sonnenaufgang lichtet sich der Nebel im nahegelegenen Park. Ich tauche dann tief ein in die Situation, genieße es und habe Spaß an meinem Equipment. Schon sehr schnell bin ich begeistert von den Möglichkeiten von diesem Zoom. Die Fotografie hat für mich etwas Meditatives. Und da hilft mir so ein Zusammenspiel zwischen Objektiv und Kamera ungemein. Der Autofokus ist, im Gegensatz zum Tamron, wie oben erwähnt, mit einem solch weichen Sound versehen, dass ich ins Schwärmen geraten könnte! Die Situation und die Lichtstimmung verhelfen an diesem Morgen zu einer ganz tollen Fotoserie, die ich später noch in Lightroom nachbearbeite und bei Instagram und Facebook poste.

Menschen Spaziergänger im Park

Spaziergänger im Park

Was ich aber zugeben muss: Man wird auf andere Art und Weise zu Bildern verleitet, die man sonst nicht macht. Erst die Totale mit den 28mm Brennweite, dann sieht man weiter weg ein paar Leute durch Park laufen und zoomt auf 200mm heran. Das ist schon eine sehr merkwürdige Verhaltensweise, die man mit anderen Brennweiten nicht erreicht. Man fotografiert sich in einen Rausch wie auf Droge: Diese Perspektive noch probieren, das Licht noch einfangen, später am Computer dann aussortieren… Dieses Erlebnis habe im Jahr 2020 seit langem wieder gespürt. Das erste Mal hatte ich es mit einer Nikon DX als die Hamburger Alster zugefroren war und die Sonne schien.

Der Zoom verhilft zu einer neuen Art von Bildern

In der Hamburger Innenstadt habe ich dann Erlebnisse anderer Art. Ich stehe am Rathausmarkt und fotografiere das Rathaus im Weitwinkel. Dann bin ich neugierig und halte auf die Uhr. Mit voll ausgefahrenen 300mm kann ich die Turmuhr bildfüllend mit 36 Megapixel fotografieren. Die Perspektivwechsel beeindrucken mich sehr. Beim weiteren Weg in die alte Speicherstadt halte ich überall drauf und vergesse sogar mal die hohe ISO herunterzusetzen.

Diese Bilder habe ich alle von einem Standort aus erstellt

Das Fotografieren aus der freien Hand ist mit dem hervorragend arbeitenden VR Bildstabilierer ganz easy. Die Lichtstärke in maximaler Brennweite ist mit 5.6 noch unter den 6.3 vom AF-S Nikkor 70-300, was sich allerdings auch in der Praxis positiv bemerkbar macht.

Ich habe den Artikel zu früh veröffentlicht. Ist aber jetzt auch egal.


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Hinweis: Markennamen und Links werden in diesem Artikel verwendet ohne dass ich dafür bezahlt werde. Sie dienen der Verdeutlichung von Informationen. Diese tolle Gepflogenheit aus den Urzeiten des Internets möchte ich nicht missen.

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